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Königsweg über die Qaqortoq-Halbinsel 2005 (Grönland)

Mittwoch, 29.06.2005

Auch heute weckt uns wieder die Sonne, die noch immer unermüdlich von einem wolkenlosen blauen Himmel herabstrahlt. Zeit für uns sich aus dem Schlafsack zu schälen und das Frühstück zuzubereiten.

Unsere Gastgeber sind längst bei der Arbeit. Aus dem Zelt der anderen beiden Wanderer dringt noch kein Laut. Bei dick beschmierten Butterbroten, den restlichen Eiern, Kaffee und warmer Schokolade, sind wir überzeugt, dass es uns nie besser ging. Als wir dann beginnen alles wieder in den Rucksäcken zu verstauen, werden auch die anderen beiden wach. So können wir vor dem Aufbruch noch ein kurzes Schwätzchen halten. Sie kommen aus Frankreich und sind von Qaqortoq hierher gelaufen. 6 Tage haben sie dafür benötigt, wurden allerdings aufgrund von dichtem Nebel zu einem Tag ungewolltem Zeltaufenthalt gezwungen. Schon bald werden wir daran denken.

Wir quatschen noch etwas über Ausrüstung und Verpflegung. Sie staunen über unser GPS-Gerät, wir staunen darüber, dass sie mit 6 Broten im Gepäck durch die Wildnis gezogen sind. Oder haben wir da etwas falsch verstanden? Wohl kaum, denn auf ihrem Frühstückstisch stapeln sich Kaffeepulver und Marmelade in Gläsern. Wir verabschieden uns von den beiden, bedanken uns noch einmal bei unseren Gastgebern und machen uns dann auf den Weg, zunächst hinab in den Ort, der über Nacht noch idyllischer geworden zu sein scheint. Im örtlichen KNI-Laden wird das Gewicht der Rucksäcke nochmals um Brot, Eier und Äpfel erhöht.

Die Bank am Meer verlockt zu einem letzten Eis. Der Aufbruch fällt schwer, aber Qaqortoq liegt noch in weiter Ferne und in spätestens 8 Tagen soll uns die Fähre von dort durch die Eismeerfjorde nach Narsaq bringen.

Der Blick auf die Karte zeigt, dass wir an einem Fluss den vor uns liegenden Berg besteigen müssen. Einen Fluss sehen wir nicht, allenfalls ein paar ausgetrocknete Rinnsale, doch davon gibt es hier viele. Kein Steinmännchen markiert den Beginn des Trails und kein Pfad gibt eine Richtung vor. So umherirrend erfahren wir wieder einmal die überaus freundliche Art der Inuit. Ein netter Mann bedeutet uns mit Händen und Füßen die Richtung, einen Pfad scheint es tatsächlich nicht zu geben. Da es verschiedene Routen nach Qaqortoq gibt, empfiehlt er uns noch die seiner Meinung nach beste Route.

Den Eindruck jetzt wirklich besser orientiert zu sein, haben wir zwar nicht, freuen uns jedoch über die offene Art, mit der man uns begegnet. Der Anstieg ist steil und nur zu bezwingen, indem man immer wieder zurück schaut und auf das traumhafte Igaliku mit dem dahinter funkelndem Fjord zurückblickt. Da wir den Eindruck haben, etwas weit vom Weg abgekommen zu sein, wird das erste Mal das neu erworbene GPS-Gerät befragt. Und tatsächlich, unser Weg müsste sich eigentlich etwas weiter westlich befinden. Aber dort ragt leider der nächste Hügel in die Höhe. Wir lassen die Rucksäcke an Ort und Stelle und erklimmen den Hügel ohne Gepäck. Wie als Belohnung thront ein Steinmännchen auf dem Plateau.

Die Rucksäcke sind schnell geholt. Wir befinden uns nun auf dem richtigen Weg. Immer höher geht es hinauf, der Fjord in Richtung Igaliku ist bald zwischen den Bergen verschwunden, dafür können wir nun wieder auf die Höfe von Ittileq schauen, die ganz weit unten am Eriks Fjord liegen. Den mit vereinzelt still dahinkriechenden Eisbergen gespickten Eriks Fjord im Blick steigen wir höher und höher bis wir schließlich zwei kleinere Seen erreichen. Hin und wieder erleichtert uns ein Trampelpfad das Gehen. Wir sind ganz allein. Nur die Schafe halten selbst hier oben ein wachsames Auge auf uns.

Die beiden kleineren Seen haben wir schnell hinter uns gelassen und stehen nun vor dem Tasersuasik, einem See auf 400 m Höhe, an dessen Ende es gute Lagerplätze geben soll. Bis dorthin sind es noch mindestens 3 km. Der stetige Aufstieg hat mich geschafft, der Rucksack hängt schwer auf den Schultern und der Magen schreit nach Essen. Doch das Ziel ist noch nicht erreicht und so kämpfen wir uns mühsam weiter immer am Ufer des Sees entlang. Geröll macht das Gehen beschwerlich und so werden die letzten Kilometer unendlich lang. Aufatmen, als wir das Ende des Sees erreichen, aber wo sind denn nun die auf der Karte verzeichneten Lagerplätze? Es gibt kaum ebene Stellen und die vorhandenen versinken im Morast. Wir müssen also eine Weile suchen, bis wir unser Zelt aufschlagen und endlich entspannt die wundervolle Natur um uns herum genießen können.

Das Wasser des Tasersuasik ist glasklar, aber auch eiskalt, da die Sonne hier durch die umliegenden hohen Berge kaum eine Chance hat, es zu erwärmen. Während der Kocher vor sich hinbrodelt und leckeren Knoblauchgeruch verströmt, sind wir gefangen von der grenzenlosen Weite und der Einsamkeit, die uns umgibt. Nur das Blöken der Schafe lässt uns wissen, dass wir doch nicht ganz allein sind. Gesättigt kriechen wir in die warmen Schlafsäcke und tanken Energie für den morgigen Tag.


Donnerstag, 30.06.2005

Wir erwachen auch gut erholt am nächsten Morgen. Die belegten Wurstbrote und der Duft des Kaffees wecken neue Kräfte. Wollte ich gestern noch keinen Schritt mehr weiter gehen, bin ich heute voller Tatendrang. Wieder einmal müssen die Rucksäcke neu gepackt werden und wieder einmal fragen wir uns, wie denn das ganze herumliegende Zeug in die beiden Rucksäcke passen soll. Aber wie jeden Morgen klappt es auch diesmal. Und nur wenig später sind wir bereit, die nächste Etappe des Königsweges zu bewältigen. Bis zum See Tasia auf 310 m Höhe ist es nur ein kurzes Stück.

Mit der abnehmenden Höhe und der fortschreitenden Tageszeit schafft es auch die Sonne wieder über die Berge. Und sie bringt liebe, von uns schon vermisste Gäste mit, Mücken! Es summt, es juckt und schon erscheinen dicke rote Pusteln auf Armen und Beinen. In Kürze gleichen unsere Gesichter denen pubertierender Jugendlicher. Da hilft nur das griffbereit verstaute Mückennetz, zu dessen Anschaffung mich Kirko glücklicherweise in Narsarsuaq noch überredet hatte. So getarnt lassen wir den Tasia-See linkerhand liegen und erreichen bald ein tiefes Tal, an dessen Ende jedoch schon der nächste steile Anstieg auf uns wartet.

Erst einmal müssen wir das Tal durchqueren. Wäre dieses nicht ein einziges Geröllfeld, hätten wir das uns umgebende einzigartige Panorama auch ohne ständige Pausen in aller Ruhe betrachten können. So aber sind wir gezwungen, den Blick stets nach unten zu richten, um nicht ins Straucheln zu geraten. Je mehr wir uns dem Anstieg nähern, umso unbezwingbarer erscheint mir dieser. Als wir davor stehen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir unmöglich noch auf dem richtigen Weg sein können. Aber die Karte sagt eindeutig, vorwärts, da geht es hoch. Mehr durch Zufall finden wir einige Trampelpfade, die sich durch Gestrüpp und Geröll den Berg hinaufschlängeln und unser Vorwärtskommen erheblich erleichtern.

Mit mehreren Pausen, die uns einen fantastischen Blick auf die hinter uns liegenden Kilometer bescheren, haben wir den Anstieg schließlich geschafft. Eigentlich sollten jetzt zwei kleinere, kurz hintereinander liegende Seen zu sehen sein. Doch alles, was wir sehen ist etwa 300 m unter uns ein schmaler langgestreckter See. Vermutlich sind wir also wieder einmal vom Trail abgekommen. Das GPS-Gerät bestätigt diese Vermutung. Wir setzen die Rucksäcke ab und Kirko macht sich allein auf die Suche nach dem verlorenen Pfad. Ein mulmiges Gefühl beschleicht mich, als ich ihn nicht mehr sehe und mit einem Mal ganz allein hier stehe. Die Minuten kommen mir wie Stunden vor. Ich beginne zu frieren, krame meine Regenjacke heraus. Noch immer nichts von Kirko zu sehen. Ich strenge meine Augen an, dann endlich, da hinten ist er ja, ich bin erleichtert. Den richtigen Weg hat er auch wieder gefunden und so setzen wir nach kurzer Rast unseren Trek fort.

Die beiden Seen sind gar nicht weit weg, sie waren nur hinter den Hügeln verborgen.
Um dorthin zu gelangen, muss man laut Karte einen Fluss furten. Bei dem eiskalten Wasser sicher kein Vergnügen. Zum Glück finden wir eine Stelle an der Steinehüpfen nasse Füße verhindert. Am bisher höchsten Punkt des Treks genießen wir gerade noch die grandiose Aussicht auf die umliegenden Seen und die Ausläufer der Fjorde, als bereits aufziehender Nebel zum Weitergehen drängt.

Am Ende des ersten Sees angelangt, schließt sich fast ineinanderübergehend der zweite See an. Der Nebel wird immer dichter. Ganz unten am See geschützt von großen Gesteinsbrocken errichten wir schnell unser Lager. Eine Landschaft, wie sie den Elfen als Ort ihres Wirkens dient, umgibt uns plötzlich. Und das Blöken der uns immer noch treu folgenden Schafe klingt hier wie das Rufen der Trolle. Ein wenig gespenstisch! Aber der Geruch des Knoblauchs aus unserem leckeren Fjellsüppchen wirkt sicher auch gegen bösartige Trolle. Als es im Zelt so richtig kuschelig ist, sinken wir nach einem erlebnisreichen Tag in einen tiefen Schlaf.


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